Die Stiftung hat den Zweck, bedürftige ehemals rassisch Verfolgte evangelischen Glaubens in jeder Beziehung zu betreuen. Der Kreis der Betreuten umfasst die, unter dem Hitlerregime rassisch Verfolgten evangelischen Glaubens, deren Angehörigen und deren Nachkommen.
Geregelt ist dies im Paragrafen 1 Absatz 1 der Satzung der Stiftung Büro Pfarrer Grüber seit ihrer Gründung im Jahre 1945. Auch nach einigen Satzungsänderungen im Laufe der Geschichte blieb der Hauptzweck unangetastet.
Die Fürsorge für die zu Betreuenden der Stiftung Büro Pfarrer Grüber ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich fortgeführt und weiterentwickelt worden. Sowohl die Betreuten, die selbständig in Berlin oder Brandenburg wohnen, als auch die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner der Grüber-Häuser wurden und werden fachkundig sozial, kulturell und finanziell unterstützt.
Besondere Höhepunkte sind die zahlreichen Zusammenkünfte der Betreuten in den Grüber-Häusern wie auch in den Restaurants der Umgebung. Ausflüge, Geburtstagsveranstaltungen und eine Vielzahl sozialer Hilfen werden organisiert.
Auf Grund des immer höheren Lebensalters der zu Betreuenden erhöhte sich der Betreuungs- und Pflegeaufwand für den Einzelnen erheblich. Gleichzeitig nahm die Anzahl der zu Betreuenden in den letzten Jahren deutlich ab.
Dies führte im Vorstand zu intensiven Diskussionen über die zukünftige Ausrichtung der Arbeit der Stiftung.
Im Ergebnis beschloss der Vorstand im November 2024 den Stiftungszweck zu erweitern.
Gemäß dessen sieht die Stiftung Büro Pfarrer Grüber einen weiteren Tätigkeitsschwerpunkt in der Vermittlung historischer Fakten,vor allem aus der NS-Zeit, an heute lebende Personen, insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene. Es gilt, das Schicksal der ehemals Rasseverfolgten während der Verfolgungsjahre im Gedächtnis zu bewahren und zur Erziehung zu Toleranz und Menschlichkeit beizutragen. Das geschichtliche Interesse der Jugendlichen, sowie deren Rechtsempfinden soll geweckt werden, um Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken.
Dies kann durch eigenes Tätigwerden, durch die Inanspruchnahme von Hilfspersonen, aber auch durch die Mittelweitergabe an gemeinnützige Einrichtungen erfolgen.
So ist die Förderung von Schul- und Jugendprojekten ein Schwerpunkt der Arbeit der Stiftung.
Um die genannten Ziele zu verwirklichen, arbeitet die Stiftung eng mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin e.V, der Jüdischen Gemeinde, sowie dem Anne Frank Zentrum und der Initiative „Grüneberg erinnert“ zusammen.
Ein weiteres Ziel ist die Unterstützung wissenschaftlicher Arbeiten zur Erforschung des Schicksals ehemals rassisch Verfolgter.
Weitere Maßnahmen zur Förderung der Erinnerungskultur können aber auch die Unterstützung oder Initiierung zweckverwirklichender Publikationen und Veranstaltungen sein.
Auch zukünftig wird es Aufgabe der Gremien sein, den Zweck der Stiftung den jeweiligen Erfordernissen der gesellschaftlichen Entwicklung anzupassen.
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